Spanisch-Sprachschulen in Spanien in Sevilla, Cadiz und Malaga

Der dritte Teil unseres Interviews mit Enid und Ciaran, handelt von Ciaran, seinem alter Ego PIGSY und seinem spannenden Leben in Málaga.

Wovon handelt deine Kunst?                                                                                                              

Meine Kunst handelt von vielen Dingen, aber momentan male ich über einige vergangene Erinnerungen und Erfahrungen. Meine Bilder erforschen verschiedene vergangene und aktuelle Beobachtungen des Lebens und wie ich die Welt sehe. Manchmal male ich Menschen, die ich interessant, inspirierend oder beides finde. Manchmal male ich über eine Erinnerung, die ich gerne besser verstehen möchte.

Wie würdest du deinen Kunststil beschreiben?   

Ich male im neo-expressionistischen Stil. Meine Arbeit ist figurativ und hypergestisch mit einem Graffitiistischem Vibe. Die meisten meiner Werke sind in leuchtenden und lebendigen Farben gemalt – sogar noch mehr, seitdem ich in Spanien bin!

Was inspiriert dich?                                                                                           

Meine Inspiration kommt von vielen verschiedenen Orten. Es könnte ein einfaches Gespräch mit jemandem sein, der eine Idee für ein Gemälde entfacht und dann erkunde ich diese Idee oder Geschichte auf meine Weise. Es können Zeitungsartikel, Fernsehsendungen, Zeitschriften, Bücher, das internet, Musik, Poesie oder ein Traum sein. Ich kann dir ein Beispiel geben: Vor etwa 15 Jahren habe ich im Trinity College ein Gemälde des Künstlers Louis Le Brocquy gesehen. Dieses Bild kam mir in den Sinn, als ich letzte Woche ein anderes Gemälde malte.Nun kann ich nicht aufhören über das Thema dieses Gemäldes zu malen. Die Bilder und Skizzen, welche ich seitdem mache, handeln nicht von der Erfahrung dieses Gemälde von Le Brocquy zu sehen, sondern von der Person, die das Thema des Gemäldes ist: Samuel Beckett. Mein nächstes Gemälde wird also von Samuel Beckett handeln! Kurz gesagt, ich suche nicht nach Inspiration, sie scheint mich immer zu finden und ich lasse mich von ihr tragen, wohin mein innerer instinkt es erlaubt. Ich bin ein Fan bestimmter Künstler und meine Arbeit ist beispielsweise von Künstlern wie Purvis Young, Cy Twombly, Karel Appel und Jean-Michel Basquiat beeinflusst. Mich inspiriert auch Street/Urban/Graffiti Art und Musik wie Hip-Hop, New Wave, Punk-Klassik und Jazz. Zur Zeit habe ich für zukünftige Kunstwerke recherchiert und habe das Werk „Fifty days at lliam“ von Cy Twomblys entdeckt. Ich habe dieses Werk noch nicht persönlich gesehen, aber ich hoffe das werde ich eines Tages.

Empfindest du Málaga als inspirierend? Wie findest du die Architektur in Málaga?                       

Ja, Málaga inspiriert mich sehr! Ich habe hier die Zeit gefunden ruhig zu denken und meinem kreativen Wesen zuzuhören. Ich denke, dass es in Málaga möglich war, weil ich hier nicht den äußeren Druck habe, welchen ich in Dublin habe. Málaga ist ein sicherer Himmel für mich, um meine Kreativität weiter und tiefer zu transformieren. Die Stadt Málaga ist sehr künstlerisch und ich liebe es, Kunst in all den Museen zu sehen, aber zusätzlich gibt es eine großartige Streetart-Szene und ich habe es wirklich genossen diese zu erkunden. Außerdem trifft man in Málaga auch viele kreative Menschen. Ich liebes es, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten oder einfach nur Ideen und Gedanken mit anderen Kreativen zu teilen. Mit weiteren Kreativen Menschen zusammen zu sein, hilft mir enorm und ist sehr inspirierend. Ich habe das große Glück in La Casa Amarilla zu wohnen, dort arbeiten viele Künstler aus verschiedenen Bereichen in den Studios. Ich genieße es, ein Teil davon zu sein. Kürzlich erhielt ich die Gelegenheit, Architekten für das Renovierungsprojekt eines Freundes hier in Málaga zu interviewen und empfand den Standard der architektonischen Praxis extrem hoch! Generell habe ich, wie in allen Städten, gute und schlechte Architektur in der bebauten Umgebung gesehen. Es gibt fantastische Beispiele für erstklassige Architektur in der Stadt, eines davon ist der zuvor erwähnte Mirador de la Alcazaba von OAM Architects. Das von Renzo Piano entworfene Pompidou-Zentrum ist sicherlich auch ein Schmuckstück im Hafen und das Gebäude ist ein beeindruckender Ort, um eine hervorragende Kunstsammlung zu präsentieren. Málaga kann sich wirklich glücklich schätzen einen Ableger des Pariser Centre Pompidou zu haben!

Gibt es in deinem Leben ein Kunstwerk, das dich besonders beeindruckt hat?                                           

Es ist ein Gemälde, welches ich vor kurzem fertiggestellt habe, eine große Leinwand mit dem Titel „Phoenix Rising“ und ich mag es besonders gern. Der Grund, warum ich es so mag ist, dass ich zu der Person, die es gekauft hat eine starke Verbindung habe. Es bereitet mir große Freude zu wissen, dass jemand anderes eine Verbindung zu meinem Gemälde spürt und das erlebt, das ich bei der Entstehung des Werks erlebt habe. Ein weiterer Grund ist, dass es das erste Bild war, an welchem ich während der Pandemie gearbeitet habe. Es ist ein so positives Werk, welches aus einer so negativen Zeit stammt. Es ist schön zu sehen, dass in schlechten Zeiten etwas Gutes entsteht. Das gibt mir Hoffnung und es sollte auch anderen Hoffnung geben.

Was denkst du über den in Málaga geborenen  Picasso und seine Kunst?                                        

Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der nicht mindestens eine Kunstepoche von Picasso mochte! Wie die meisten Menschen, bin auch ich ein großer Fan. Ich mag alle seine künstlerischen Perioden, aber einige meiner Lieblingsstücke von ihm sind aus der Zeit, als seine Kunst begann, sich von der frühen traditionellen Form zu dem zu verändern, was wir heute als seine Kunst kennen. Ich liebe seine Kunstwerke, in denen er gegen den Standard der traditionellen Porträtmalerei dieser Zeit ankämpfte und in denen man eine verzerrte Hand oder ein anderes Körperteil erscheinen sieht. Das sagt mir, dass der innere Drang in ihm, einen einzigartigen Kunststil zu erschaffen, stärker war als das Bedürfnis, der Norm zu folgen. Ich liebe diesen psychologischen Aspekt bei der Sache!

Was hat dich zuerst interessiert – Malerei oder Architektur?                                                            

Ich war zuerst ein Künstler und dann ein Architekt. Die Kunst hat mich also zunächst in der Weise interessiert, dass ich denke, ich war nie etwas anderes als ein Künstler. Das formale Studium der Architektur erlaubte es mich jedoch, eine große Disziplin und Struktur zu entwickeln , die mir dann das Wissen und die Zuversicht gab, die Regeln beim Schaffen von Kunst verwerfen zu können. Ich musste eine disziplinierte Form der Kreativität verstehen, bevor ich zu einem kreativen undisziplinierten Künstler reifen konnte. Ich wusste das damals nicht, aber meine Instinkte leiteten mich dazu und ließen mich meinem wahren Weg folgen. Wie man sehen kann, sind meine architektonischen und künstlerischen Werke sehr unterschiedlich. Trotzdem sehe ich sowohl Kunst als auch Architektur als einen Weg, meine Zeit auf der Erde zu erforschen und einen Weg, Sinn und Bedeutung dafür zu finden, wer und was ich bin und mich so zu einem vollwertigen Menschen zu entwickeln. Ich hoffe auch, dass ich der Welt einen Wert für andere hinzufüge, denn obwohl ich Kunst für mich selbst schaffe, möchte ich immer, dass sie von denen, die sie sehen, gemocht und geschätzt wird. Ich möchte auch, dass es ihnen hilft und einen Mehrwert für ihr Leben darstellt. Ich denke, Kunst allgemein sollte dies tun.

Wann und wo findet deine nächste Ausstellung statt?

Meine nächste Einzelausstellung heißt „I Went to Mass“ und wird am 27. März 2021 in La Casa Amarilla in der Calle Santos zu sehen sein. Auf meiner Website können sie nachsehen, ob die Ausstellung am geplanten Datum stattfinden wir,  oder aufgrund der Covid-Pandemie verschoben wird  https://www.ciaranmccoy.com/pigsy-contemporary-art-exhibitions                             Außerdem bin ich in den sozialen Medien aktiv und veröffentliche dort Neuigkeiten zu meiner Kunst: InstagramTwitter und Facebook.

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becamalaga